Besteuerung ausländischer Depots

Erfahre in diesem Artikel alles, was du über die Besteuerung von ausländischen Depots wissen musst.

Artikelbewertung Besteuerung ausländischer Depots

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Einleitung

Das Thema Steuern ist kein einfaches Thema und die meisten Normalbürger in Österreich verstehen nur Bahnhof, wenn jemand versucht es ihnen zu erklären.

Auch die Besteuerung von Kapitalerträgen ist eine komplexe Thematik, bei der die meisten auf einen Steuerberater zurückgreifen müssen.

Damit du dir eventuell einen teuren Steuerberater in dieser Causa sparen kannst, habe ich diesen Blogartikel verfasst.

Er soll dich unterstützen, wie du deine Kapitalerträge bei der Steuererklärung anzugeben hast und sollte für die meisten Normalfälle ausreichen.

Besteuerung von Kapitalerträgen

Portmonnaie

Grundsätzlich gilt: Kapitalerträge werden mit der Kapitalertragssteuer (KESt) in der Regel in Höhe von 27,5% besteuert[1].

Wenn du 100 EUR an Dividende erhältst oder beim Verkauf eines Wertpapiers einen Gewinn von 100 EUR machst, so musst du in beiden Fällen 27,5 EUR Steuern zahlen.

Grundsätzlich unterscheidet man die Besteuerung von inländischen und ausländischen Depots.

Die Besteuerung von inländischen Depots läuft automatisiert ab. Die Bank berechnet selbstständig die angefallenen Steuern und führt diese für dich ab. Du brauchst nichts weiter zu machen[2].

Bei einem ausländischen Depot sieht die Sache ganz anders aus. Die ausländische Bank führt keine Steuern für dich ab, jedoch bist du verpflichtet, die Kapitalerträge des ausländischen Depots in der Steuererklärung anzugeben. Ansonsten machst du dich der Steuerhinterziehung schuldig.

Hausversicherung Pflichten

Heutzutage übermitteln bereits viele Staaten automatisiert Daten ans Finanzamt und da wäre es ein schlimmes Vergehen, wenn du deine Kapitalerträge nicht richtig in Österreich besteuerst.

Daher musst du dich bei ausländischen Depots selbst um die Besteuerung kümmern.

Die Besteuerung von ausländischen Depots

Damit du selbst die Steuererklärung für deine ausländischen Kapitalerträge machen kannst, habe ich für dich ein Hilfs-Excel erstellt.

Die Excel Datei berechnet tagesgenau, was deine Kapitalerträge in Euro wert waren und wie viel Steuer anfallen sollte.

 

Das Excel ist in „INPUT“, „AUTOMATIC“ und „OUTPUT“ Blätter strukturiert.

Bei den „INPUT“ Blättern musst du deine Daten einfügen. Die „AUTOMATIC“ Blätter brauchst du in der Regel nicht anfassen, außer du fügst eine neue Währung hinzu.

Auf den „OUTPUT“ Blättern siehst du die errechneten Steuerwerte und wo du sie bei der Steuererklärung eintragen kannst.

Hinweis: Alle weißen Feld kannst du ausfüllen. Alle grauen Felder werden automatisch berechnet.

So gehst du vor

Checkliste

1) Excel konfigurieren

Zu allererst gibst du im Blatt „INPUT Konfiguration“ ein, mit welchen Währungen du im Laufe des vergangenen Jahres zu tun hattest und welche Quellensteuersätze bei den Währungen zur Anwendung kommen. Dies ist meistens auf den Dividendenbelegen ersichtlich.

Wenn mehrere Quellensteuersätze bei einer Währung vorkommen, dann nimm den, der am häufigsten vorkommt und korrigiere später manuell bei „INPUT Dividenden“ den Quellensteuersatz der einzelnen Transaktionen.

Überprüfe weiters, ob die Spalte „anrechenbare Quellensteuer“ stimmt. Du kannst beispielsweise für eine kanadische Dividende 30% an Quellensteuer zahlen, darfst allerdings nur 15% dessen der österreichischen KESt gegenrechnen. Somit wäre die Steuerbelastung für eine kanadische Dividende bei 42,5%!! (30% + 27,5% – 15%).

Den genauen anrechenbaren Quellensteuersatz findest du im Doppelbesteuerungsabkommen mit dem jeweiligen Land. In der Regel liegt der anrechenbare Quellensteuersatz bei max. 15%[3].

2) Tägliche Währungskurse besorgen

Danach gehe auf die Seite der Österreichischen Nationalbank, scrolle nach unten und wähle bei der Zeitreihe den Jahreszeitraum aus (z.B. von 01.01.2021 bis 31.12.2021).

Klicke auf „Tabelle aktualisiseren“ und danach sollte eine große Tabelle erscheinen. Wähle beim Datenexport „Excel“ oder „CSV“ aus und klicke auf „Go“.

Öffne die Datei und kopiere alle Zeilen in das Excel Blatt „INPUT Tägliche Referenzkurse EZB“ hinein. Hinweis: die letzten beiden Spalten enthalten bloß Formeln und sind daher grau markiert.

Danach schau in das Blatt „AUTOMATIC Währungskurse“, ob die Währungskurse nun verfügbar sind. Dir wird auffallen, dass ein paar Formelfehler vorkommen. Das liegt daran, dass die Wechselkurse an Wochenenden und Feiertagen nicht verfügbar sind.

3) Verkäufe eintragen

Trage in das Blatt „Input Verkäufe“ nun alle deine getätigen Wertpapierverkäufe des ausländischen Depots für das vergangene Jahr ein. Fülle dazu die Felder „Datum“, „Titel“, „Stückzahl“, „Währung“, „Kaufpreis“ und „Verkaufspreis“ aus.

4) Dividenden eintragen

Geldpflanzen

Trage in das Blatt „Input Dividenden“ nun all deine erhaltenen Dividenden ein. Fülle dazu die Felder „Datum“, „Titel“, „Währung“ und „Dividende“ aus.

Zum Schluss musst du noch prüfen, ob die automatisiert ermittelte anrechenbare Quellensteuer berechnet worden ist. In Australien werden beispielsweise unterschiedliche Quellensteuern je nach Wertpapier erhoben. Diese kannst du dann noch manuell in der Spalte „Quellensteuer in %“ ändern.

5) Ergebnisse anzeigen lassen

Nun kannst du im Blatt „OUTPUT Gesamt“ sehen, wie viel Quellensteuer du insgesamt bereits bezahlt hast und wie viel KESt du noch zu bezahlen hast.

6) Steuererklärung ausfüllen

Zur Besteuerung von ausländischen Kapitalerträgen dient das Steuerformular E1KV .

In dem Blatt „OUTPUT Steuererklärung“ siehst du nun, welche Felder du in dem Steuerformular ausfüllen musst.

Vorsicht: Wenn du noch andere Kapitalerträge außer Verkaufsgewinne und Dividenden hattest, dann solltest du unbedingt einen Steuerberater zur Rate ziehen.

Fazit

  • Es ist durchaus möglich selbst die Besteuerung von ausländischem Kapitalvermögen vorzunehemen.
  • Die Excel Datei deckt dafür die üblichen Anwendungsfälle ab und zeigt dir, wie du was bei der Steuererklärung angeben musst.

 

Disclaimer:

Es kann sein, dass manche Steuersonderfälle im Excel-Tool nicht berücksichtigt wurden und dass daher die Berechnung nicht korrekt ist. Aus diesem Grund empfehle ich einen Steuerberater drüber schauen zu lassen. Alle Angaben ohne Gewähr.

 

Bleib Hungrig!

Dein Pfennigfuchser

 

Quellen:
[1] https://www.oesterreich.gv.at/lexicon/K/Seite.991650.html
[2] https://www.wko.at/service/steuern/Die-Besteuerung-von-Wertpapieren.html
[3] https://www2.deloitte.com/at/de/seiten/steuerberatung/artikel/auslaendische-quellensteuern-bei-privatanlegern.html
[4] https://www.herold.at/blog/brandschutzvorschriften-oesterreich/
Bilder:
Beitragsbild: https://pixabay.com/photos/savings-budget-investment-money-2789112/
Portmonnaie: https://pixabay.com/photos/credit-squeeze-taxation-purse-tax-522549/
Kleines Mädchen: https://pixabay.com/photos/girl-child-schoolboy-student-774648/
Checkliste: https://pixabay.com/photos/checklist-check-list-pen-3556832/
Geldpflanzen: https://pixabay.com/photos/money-profit-finance-business-2696219/

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Über den Autor

Portrait Christopher Rechberger Quadratisch

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