Was jeder wissen sollte … über das kleine 1×1 deiner zukünftigen Rente

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Die Renten für die Zukunft sind nicht gesichert. Das haben vermutlich schon einige von euch gehört, allerspätestens bei einem Bankberatungsgespräch. Leider ist da etwas Wahres dran und gerade das spielt dem „Banker“ in die Hände, schließlich soll man ja Finanzprodukte von ihm erwerben, die diese „Rentenlücke“ schließen. Allerdings gibt es für die Rentenlücke ganz logische Gründe:

lebenserwartung_bei_geburtDie Überalterung (= demografischer Wandel) unserer Gesellschaft ist allgemein bekannt. Aufgrund des medizinischen und technischen Fortschritts, als auch des hohen Lebensstandards (z.B. durch Hygienestandards), steigt die Lebenserwartung von Menschen in westlichen Ländern stetig. Dies hat zur Folge, dass die alten Menschen, die ihre Rente vom Staat beziehen, immer mehr werden, während geburtenrate_oesterreichdie jungen Leute, welche das Rentensystem bezahlen, weniger werden. Den Beleg dazu findest du in den beiden Grafiken.

Da die Zahlen in den Grafiken schon etwas älter sind, habe ich noch aktuelle Zahlen recherchiert: Im Jahr 2015 lag die Lebenserwartung bei Geburt lt. Statistik Austria von Männern bei 78,63 Jahren und von Frauen bei 83,59 Jahren[1]. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2014 laut Weltbank bei 1,44[2] in Österreich.

Somit bedeutet das zwangsläufig, dass der Staat folgende Optionen hat, um das jetzige Rentensystem aufrecht zu erhalten:

  • die Rentenbezüge der älteren Menschen kürzen
  • das Renteneintrittsalter anheben (Anm.: was schon passiert ist und möglicherweise wieder passieren wird)
  • die Rentenbeiträge der jungen Menschen anheben (Anm.: die unwahrscheinlichste Variante, da diese Wählerschaft noch lange leben und daher öfters wählen gehen wird – lapidar gesagt)

Für dich heißt das, dass deine künftige Rente mit äußerst hoher Wahrscheinlichkeit geringer ausfällt als heute und du dich daher jetzt schon finanziell darauf vorbereiten musst, um die dadurch entstehende Rentenlücke zu schließen.

Diejenigen, die während ihres ganzen Erwerbslebens nichts angespart haben, sind zu 100% von der Rente abhängig und werden beim Ausscheiden aus dem Erwerbsleben gezwungen, ihren Lebensstandard der niedrigen Rente anzupassen.

Ich lebte fast ein Jahr in den USA und dort kann man den Renten-Extremfall beobachten: Die Renten sind dort derartig gering, dass viele Rentner, die nicht vorgesorgt haben, wieder arbeiten gehen müssen oder am Straßenrand ihr Hab und Gut verkaufen, um über die Runden zu kommen!

Diejenigen, die bei Rentenantritt auch wirklich zur Ruhe kommen wollen, müssen also die zu erwartende Rentenlücke schließen indem sie während des Erwerbslebens genügend Geld zurückzulegen.

Da stellt sich einem die Frage, wie viel Geld man zurücklegen und wann man damit anfangen muss.

Ich habe ein nützliches Tool erstellt, welches dir die ganze Rechnerei abnimmt:

Derzeitiges Alter:
Alter beim Rentenantritt:
Lebenserwartung in Jahre:
Gewünschte monatl. Rente in EUR:
Ersparnisse in EUR:
Zinssatz in % p.a.:
Inflation in % p.a.:



 
Du musst ab jetzt EUR pro Monat sparen, damit du dir deine künftige Rente finanzieren kannst.
 
inflation_und_euribor

Quellen: Statistik Austria, Europäische Zentralbank

Erklärung: Was ist der Euribor?

Meine bisherigen Berechnungen (max. 5):

Monatl. Renten-betragErrechneter monatl. SparbetragRenten-antritts-alterLebens-erwartungErsparnisseAlterZins-satzInflation

Anmerkungen zum Rentenrechner:
Die Ersparnisse wurden bis zum Rentenantritt mit dem angegebenen Zinssatz hochgerechnet. Danach wurde die gewünschte Rente mit der angegebenen Inflation bis zum Lebensende hochgerechnet und die Summe der Barwerte der inflationsangepassten Renten ab dem Renteneintrittsalter für jedes Jahr aufsummiert. Danach wurden die Ersparnisse subtrahiert und mit der klassischen Rentenformel (nachschüssiger Endwert) wurde der Sparbetrag berechnet.

 

Wenn du verschiedene Berechnungsvarianten ausprobierst, solltest du vor allem 2 Dinge bemerken:

  • Je später du mit dem Sparen anfängst, desto mehr musst du pro Monat beiseite legen
  • Je höher der Zinssatz (und i.d.R. auch das Risiko, welches man eingeht), desto weniger musst du monatlich sparen


Fazit

Auch wenn dir der Staat einen (vermutlich kleinen) Teil deiner Rente abnehmen wird, so lohnt es sich schon in jungen Jahren mit der Altersvorsorge zu beschäftigen. Je früher man damit beginnt, desto weniger muss man monatlich sparen und desto mehr kann man seine Rente genießen.

Bleib Hungrig!

Dein Pfennigfuchser


Quellen:

[1] http://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/bevoelkerung/gestorbene/022911.html

[2] http://data.worldbank.org/indicator/SP.DYN.TFRT.IN?locations=A

 

 


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