Warum es gefährlich ist viel Geld auf Sparbüchern langfristig zu bunkern

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Einleitung

Viele Österreicher und Deutsche glauben, dass Sparbücher und Bargeld sichere Häfen sind, aber vergessen dabei völlig, dass dies auch gefährlich werden kann.

Denn neben dem größten Nachteil von Sparbüchern und Bargeld – dass du hierfür aktuell nur wenig bzw. keine Zinsen bekommst – setzt du dich auch noch einem ganz anderen Risiko aus, auf welches ich in diesem Artikel eingehen werde.

Es betrifft fast jeden!

Laut einer Statistik der österreichischen Nationalbank hatten Haushalte 2016 etwa 37% ihres gesamten Finanzvermögens auf Sparkonten bzw. als Einlage gebunkert. Heißt, ein durchschnittlicher Haushalt hat doch relativ viel Vermögen auf Sparbüchern liegen.

Ein Blick in die Geldgeschichte

Betrachtet man beispielsweise die Geldgeschichte in Österreich seit 1800, so kommt man zum Schluss, dass es alleine in Österreich acht Währungsumstellungen bzw. -reformen gegeben hat.

Das heißt, dass rein statistisch etwa alle 25 Jahre in Österreich sich etwas beim Geld ändern wird und keine Währung Bestand hat! Auch der Euro hat ein (noch unbekanntes) Ablaufdatum.

Begriffserklärung

Bei der Währungsumstellung werden sämtliche Preise und Werte zu dem gleichen Kurs umgestellt (keine wirkliche Geldabwertung) während bei einer Währungsreform Bargeld, Bankguthaben und Schulden abgewertet bzw. annulliert werden (= wirkliche Geldabwertung).

Was bedeutet eine Währungsumstellung für dich?
Euro = Teuro?

Faktisch wird bei einer Währungsumstellung der reale (= wirkliche) Wert einfach weitergegeben, aber Unternehmen nutzen meist diese Chance, um ihre Preise nach oben anzupassen, wie ich selbst anhand folgender Begebenheit schildern kann:

Ich kann mich noch gut erinnern, als ich noch ein Kind war und mir vom Taschengeld gerne einmal ein Brieflos kaufte (ein Lotterie-Aufreißlos mit Möglichkeit zum Sofortgewinn). Hätte ich dazumal schon Mathematik und Wahrscheinlichkeitsrechnung besser verstanden, hätte ich mir nie ein Brieflos gekauft.

Nichtdestotrotz kaufte ich mir öfters ein Brieflos um 10 österreichische Schillinge. Als dann die Euroeinführung um die Jahrtausendwende kam, wurde der Preis schlicht auf einen EUR (Umrechnungskurs war 1 EUR = 13,76 Schilling) angehoben. Das heißt, dass das Brieflos durch die „Euro Währungsumstellung“ um satte 37,6% teurer wurde!

Da braucht man kein Mathegenie zu sein, um zu verstehen, dass diese Lotterielose massiv teurer geworden sind und daher kaufte ich sie fortan nicht mehr.

Dass diese ordentliche Teuerung ein Einzelfall ist, halte ich persönlich für unwahrscheinlich, aber das lasse ich an dieser Stelle so im Raum stehen, da es noch viel tieferer Recherche bedürfte und den Rahmen sprengen würde.

Noch schlimmer sind Währungsreformen

Ein historischer Blick nach Deutschland

1948 fand in Westdeutschland die Umstellung von der Reichsmark auf die D-Mark statt. Falls du zu dieser Zeit Bargeld und Sparbücher hattest, so wurden diese im Verhältnis von 10 zu 0,625 umgetauscht. Das heißt für 10 Reichsmark am Sparbuch bekamst du 0,625 D-Mark.

Im Vergleich dazu: Aktien wurden 1 zu 1 umgetauscht!! und private Schulden wurden nicht so stark abgewertet wie die Einlagen, sondern bekamen lediglich den Umtauschkurs 10 zu 1.

Dass bedeutet, dass jemand, der viel Bargeld oder Vermögen auf dem Sparbuch hatte, enorm viel Geld verloren hat, während sich ein Aktienbesitzer, der die heftigen kurzfristigen Kursschwankungen aussitzte, ins Fäustchen lachen konnte.

Außerdem ist noch interessant, dass die privaten Schulden im Vergleich zu den Einlagen sogar stiegen!

Außerdem solltest du noch wissen, dass Währungsreformen in den seltensten Fällen vorhersehbar sind und sie meist vom einen auf den anderen Tag spontan passieren!

Ein Blick nach Indien zur Währungsreform 2016 genügt, um dir selbst ein Bild davon zu machen.

Was heißt das für dich?

  • Du kannst sicher bald wieder mit einer Währungsumstellung oder -reform rechnen (rein statistisch).
  • Falls so etwas passiert, dann überraschend und du wirst keine Zeit haben dich kurzfristig darauf vorbereiten.
  • Wenn eine Währungsreform kommt, dann verlierst du viel Geld, wenn du große Teile deines Vermögens in Form von Bargeld oder Sparbüchern hortest.
  • Es mag zwar vernünftig sein etwas Geld auf dem Sparkonto und Bargeld zu besitzen (als Notreserve und zwecks der Liquidität), aber langfristig solltest du den Großteils deines Vermögens in Sachwerte (Unternehmensbeteiligungen, Gold, Immobilien, Wald, etc.) investiert und gestreut haben.

 

Bleib Hungrig!

Dein Pfennigfuchser

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