Warum es gefährlich ist viel Geld auf Sparbüchern langfristig zu bunkern

Artikelbewertung Gefährliches Sparbuch

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Einleitung

Allgemein ist bekannt, dass viele Menschen (vor allem Österreicher und Deutsche) glauben, dass Sparbücher und Bargeld sichere Häfen sind, aber in diesem Artikel zeige ich dir, dass unter gewissen Umständen dich dieser Glaube teuer zu stehen kommen kann.

Neben dem großen Nachteil von Sparbüchern und Bargeld – nämlich dass du dafür aktuell nur wenig bzw. keine Zinsen bekommst – setzt du dich auch noch einem ganz anderen Risiko aus, auf welches ich in diesem Artikel eingehen werde.

Es betrifft fast jeden!

Laut einer Statistik der österreichischen Nationalbank hatten Haushalte 2019 etwa 37% ihres gesamten Finanzvermögens auf Sparkonten bzw. als Einlage gelagert[1]. Das heißt, ein durchschnittlicher österreichsicher Haushalt hat relativ viel seines Vermögens auf Sparbüchern liegen.

Ein Blick in die Geldgeschichte

Betrachtet man die Geldgeschichte in Österreich seit 1800, so kommt man zum Schluss, dass es alleine in Österreich acht Währungsumstellungen bzw. -reformen gegeben hat[2].

Das heißt, dass rein statistisch etwa alle 25 Jahre in Österreich sich etwas beim Geld ändern wird und keine Währung Bestand hat! Auch der Euro hat ein (noch unbekanntes) Ablaufdatum. Schauen wir uns als nächstes an, was eine Währungsumstellung bzw. -reform für dich bedeutet.

Begriffserklärung

Bei der Währungsumstellung werden sämtliche Preise und Werte zu dem gleichen Kurs umgestellt (keine wirkliche Geldabwertung) während bei einer Währungsreform Bargeld, Bankguthaben und Schulden abgewertet bzw. annulliert werden (= wirkliche Geldabwertung; du verlierst hier viel Geld!)[3].

Was bedeutet eine Währungsumstellung für dich?
Euro = Teuro?

Faktisch wird bei einer Währungsumstellung der reale (= wirkliche) Wert einfach weitergegeben, aber Unternehmen nutzen meist diese Chance, um ihre Preise nach oben anzupassen, wie ich selbst anhand folgender Begebenheit schildern kann:

Ich kann mich noch gut erinnern, als ich noch ein Kind war und mir vom Taschengeld gerne einmal ein Brieflos kaufte (ein Lotterie-Aufreißlos mit Möglichkeit zum Sofortgewinn). Hätte ich dazumal schon Mathematik und Wahrscheinlichkeitsrechnung besser verstanden, hätte ich mir nie ein Brieflos gekauft.

Nichtdestotrotz kaufte ich mir öfters ein Brieflos um 10 österreichische Schillinge. Als dann die Euroeinführung um die Jahrtausendwende kam, wurde der Preis schlicht auf einen EUR (Umrechnungskurs war 1 EUR = 13,76 Schilling) angehoben. Das heißt, dass das Brieflos durch die „Euro Währungsumstellung“ um satte 37,6% teurer wurde!

Da braucht man kein Mathegenie zu sein, um zu verstehen, dass diese Lotterielose massiv teurer geworden sind und daher kaufte ich sie fortan nicht mehr.

Dass diese ordentliche Teuerung ein Einzelfall ist, halte ich persönlich für unwahrscheinlich, aber das lasse ich an dieser Stelle so im Raum stehen, da es noch viel tieferer Recherche bedürfte und den Rahmen sprengen würde.

Noch schlimmer sind Währungsreformen

Ein historischer Blick nach Deutschland

1948 fand in Westdeutschland die Umstellung von der Reichsmark auf die D-Mark statt. Falls du zu dieser Zeit Bargeld und Sparbücher hattest, so wurden diese im Verhältnis von 10 zu 0,625 umgetauscht. Das heißt für 10 Reichsmark am Sparbuch bekamst du 0,625 D-Mark und hast damit 90% des Werts verloren[4].

Im Vergleich dazu: Leute, die Aktien besaßen waren viel besser dran (trotz eines anfänglichen Kursverlusts von mehr als 90%, ABER: der Kursverlust wurde über die Jahre wieder wettgemacht) und private Schulden wurden nicht so stark abgewertet wie die Einlagen, sondern bekamen lediglich den Umtauschkurs 10 zu 1[5].

Dass bedeutet, dass jemand, der viel Bargeld oder Vermögen auf dem Sparbuch hatte, enorm viel Geld verloren hat, während ein Aktienbesitzer, der die heftigen kurzfristigen Kursschwankungen aussitzte, sich ins Fäustchen lachen konnte.

Am Schlimmsten hätte es dich erwischt, wenn du viele Spareinlagen und einen Privatkredit zu dieser Zeit gehabt hättest, denn die Schulden wurden nicht im selben Ausmaß abgewertet wie die Spareinlagen. Das heißt deine Spareinlagen waren dahin, während du auf den Schulden sitzen bleibst. Mehr Details kannst du hier nachlesen.

Außerdem solltest du noch wissen, dass Währungsreformen in den seltensten Fällen vorhersehbar sind und sie meist vom einen auf den anderen Tag spontan passieren! Gerade in den Zeiten der Digitalisierung kann dies schneller von statten gehen als noch dazumals. Du kannst dich also nicht spontan darauf vorbereiten, sondern musst für dieses Szenario selbst vorsorgen.

Nun kannst du dir ja denken, dass diese Sache ewig her ist und überhaupt nicht mehr aktuell, aber es genügt, wenn du einen Blick nach Indien zur Währungsreform 2016 wirfst, um dir selbst ein Bild davon zu machen, wie schlimm es werden kann.

Was heißt das für dich?

  • Du kannst sicher bald wieder mit einer Währungsumstellung oder -reform rechnen (rein statistisch).
  • Falls so etwas passiert, dann überraschend und du wirst keine Zeit haben dich kurzfristig darauf vorbereiten.
  • Wenn eine Währungsreform kommt, dann verlierst du viel Geld, wenn du große Teile deines Vermögens in Form von Bargeld oder Sparbüchern hortest.
  • Die Gewinner werden die Besitzer von Sachwerten (Aktien, Immobilien, Edelmetall, etc.) sein.
  • Es mag zwar vernünftig sein etwas Geld auf dem Sparkonto und Bargeld zu besitzen (als Notreserve und zwecks der Liquidität), aber langfristig solltest du den Großteils deines Vermögens in Sachwerte investiert und breit gestreut haben.

 

Bleib Hungrig!

Dein Pfennigfuchser

 

Quellen:
[1] Rechnung: (Täglich fällige Einlagen + Sonstige Einlagen) / Finanzvermögen in Summe https://www.oenb.at/isaweb/report.do?lang=DE&report=801.1.2
[2] Seite 104ff https://www.oenb.at/dam/jcr:d8e98a25-eea2-4229-bd50-35ff41c6e7d0/oesterreichische_geldgeschichte_flipbook_2.pdf
[3], [4], [5] https://www.focus.de/magazin/archiv/titel-was-passiert-bei-einer-waehrungsreform_aid_516404.html
Beitragsbild: https://pixabay.com/photos/piggy-bank-saving-money-young-woman-850607/

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Über den Autor

Portrait Christopher Rechberger Quadratisch

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