Anleitung zu deiner idealen Vermögensstruktur Teil 1

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Einleitung

Hast du dich schon mal gefragt, wie dein Vermögen in Zukunft aufgestellt sein soll? Sollst du in Aktien investieren und wenn ja, wie viel % deines Vermögens? Oder wie viel Gold solltest du besitzen, damit dein Vermögen als krisensicher gilt?

Diese Artikelreihe beschäftigt sich mit der Beantwortung dieser schwierigen Fragen und soll dir Aufschluss darüber geben, worin du dein Geld investieren, und wie du zu deiner individuellen Vermögensstruktur kommen kannst.

Voraussetzungen fürs Investieren

Bevor du den Artikel allerdings liest, solltest du schon

  • finanziellen Schutz (Absicherung von Szenarien, die dir dein gesamtes Vermögen kosten können)
  • eine eiserne Reserve (Rücklagen, sodass du mehrere Monate ohne Einkommen auskommst)
  • keine bzw. geringe Schulden 

besitzen. Sollte das nicht der Fall sein, so findest du zu diesen Themen weitere Informationen hier und hier.

Zusammenhang Rendite & Risiko

Doch warum solltest du überhaupt dein Geld in etwas investieren? Das Ziel des Investierens ist, dass entweder der Wert des investierten Geldes erhalten bleibt oder sogar mehr wird. Heißt, wir wollen Gewinn bzw. Rendite mit einer Investition erwirtschaften.

Du solltest jedoch wissen, dass (fast) jede Investition stets mit Risiko verbunden ist. Risiko definiere ich in dem Sinne, wie stark der Marktwert einer Investition schwanken kann. Solltest du z.B. in Bitcoins investiert sein (was ich keinem empfehle!), dann hast du hier enormes Risiko, weil der Bitcoin am nächsten Tag nur mehr halb so viel Wert sein kann (umgekehrt aber auch).

Viel Risiko bedeutet (meist, aber nicht immer) viel Ertrag. Umgekehrt, wenn du dein Geld am Sparbuch liegen hast, bekommst du aktuell nur sehr wenig Zinsen (= Rendite), wofür dein Risiko sehr gering ist, weil dein Sparbuch morgen genau so viel Wert sein wird wie heute.

Anlageklassen

Doch worin kannst du dein Geld überall anlegen? Damit du einen guten Überblick bekommst werden Investitionen zuerst nach Anlageklassen gegliedert. Anlageklassen fassen Investitionen zusammen, die ähnliche Charakteristiken (z.B. bei Risiko und Rendite) aufweisen. Die wohl bekanntesten Anlageklassen sind v.a. Sparbuch, Aktien, Immobilien, Gold, usw.

Allerdings gibt es noch viel mehr Möglichkeiten dein Geld zu investieren. In diesem Artikel findest du eine grobe Übersicht der Anlageklassen, sowie deren Vor-/ und Nachteile.

Heuristiken

Es wäre grob fahrlässig, wenn du all dein Geld in nur eine einzige Anlageklasse (z.B. Sparbuch) stecken würdest. Warum das speziell bei Sparbüchern gefährlich ist, erfährst du hier.

Als Trainer einer Fußballmannschaft würdest du auch nicht auch alle elf Spieler in den Sturm stellen, oder? Es braucht auch einen Torwart, eine Verteidigung und ein Mittelfeld, damit du die Chance hast das Spiel zu gewinnen.

Daher ist es für dich wichtig einen guten Mix der Anlageklassen für dein Vermögen zu finden.

Hierzu gibt es ein paar bekannte „Volksweisheiten“ bzw. Heuristiken:

1. Methode: 100 – Alter = Anteil der Aktien in deinem Vermögen

Diese Heuristik fußt auf der Annahme, dass jüngere Menschen mehr Risiko eingehen sollten, da diese die hohen Kursschwankungen an der Börse über viele Jahre aussitzen können. Ein 25-Jähriger sollte laut dieser Formel 75% seines Vermögens in Aktien anlegen, während ein 50-Jähriger nur mehr 50% Aktien besitzen sollte.

Hier jedoch ein paar kritische Gedanken:

  • Was macht ein 101-Jähriger mit dieser Heuristik?
  • Was, wenn ein 25-Jähriger überhaupt kein Geld an der Börse anlegen möchte?

2. Methode: 1/3 Immobilien, 1/3 Wertpapiere, 1/3 Gold

Eine sehr alte Volksweisheit besagt, dass du 1/3 deines Vermögens in Immobilien, ein weiteres 1/3 in Wertpapiere (vor allem Aktien) und 1/3 in Gold (oder andere liquide Mittel) anlegen sollst.

Hier jedoch ein paar kritische Gedanken:

  • Sollte ein 25-Jähriger genau die selbe Vermögensstruktur haben wie ein 101-Jähriger?
  • Was, wenn du keine Immobilie besitzen möchtest?

3. Methode: Wie viel Verlust kannst du geistig verkraften?

Bei dieser Methode unterteilst du dein Vermögen in zwei Teile. Der erste Teil ist risikoarm (heißt, dass der Wert dieses Vermögensteils fast nie schwankt) und der andere ist risikoreich (Wert des Vermögensteils schwankt stark).

Mit folgender – stark vereinfachter – Rechnung kannst du theoretisch bestimmen, wie viel % deines Vermögens risikoarm und wie viel % risikoreich sein sollte.

  1. Bestimme, wie viel Vermögen du aktuell hast. (z.B. 20.000 EUR)
  2. Lege einen Eurobetrag fest, den du theoretisch über Nacht verlieren könntest, und trotzdem noch ruhig schlafen kannst. (z.B. 2.000 EUR)
  3. Bestimme, wie viel % deines risikoreichen Vermögens du in einer richtigen Krisensituation (z.B. Börsencrash) verlieren könntest. (z.B. 50%)
  4. Rechne wie folgt: Nimm den Eurobetrag vom 2. Schritt und dividiere ihn durch den Krisenprozentsatz vom 3. Schritt (2.000 / 0,5 = 4.000 EUR)
  5. Dividiere das Ergebnis durch dein aktuelles Vermögen (4.000 / 20.000 = 20%) und du erhältst den Anteil des risikoreichen Vermögens.
  6. Wenn du dieser Beispielrechnung folgst, dann solltest du 20% deines Vermögens in risikoreiche Investments tun, während die restlichen 80% in risikoarmen Anlagen sein sollten.

Hier jedoch ein paar kritische Gedanken:

  • Sollte ein 35-jähriger, der zwar Nerven aus Stahl hat und alle Kursschwankungen gekonnt hinnehmen kann, sein gesamtes Vermögen in Aktien investieren, wenn er 3 Kinder hat, Alimente zahlen muss und hoch verschuldet ist?
  • Kann es sein, dass du mit 20 Jahren noch ruhig schlafen kannst, wenn du 5.000 EUR verlierst, aber mit 40 Jahren nicht mehr?

Fazit

  • Bevor du ans Investieren denkst, solltest du zuerst einmal eine solide finanzielle Basis haben.
  • Ohne Risiko gibt es (oft) keinen Gewinn bzw. Rendite.
  • Es gibt unzählige Möglichkeiten dein Geld anzulegen. Die wichtigsten sind Cash, Sparbuch, Aktien, Fonds, Anleihen, Edelmetalle und Immobilien.
  • Verlasse dich nicht auf Heuristiken, weil sie schlicht und einfach deine individuelle Situation zu wenig berücksichtigen.

 

Hier findest du nochmals alle Artikel dieser Serie:

 

Bleib Hungrig!

Dein Pfennigfuchser

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