Geheimer Champion der Privatanleger Teil 5 – Wertpapierdepot Vergleich

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Einleitung

In den letzten Artikeln haben wir uns angesehen, wie du die verschiedenen Namen der ETFs entschlüsselst und einen geeigneten ETF auswählst.

Nun da du jetzt weißt, welche ETFs du dir kaufen willst, stellt sich die Frage, wie du das bewerkstelligst. Solltest du schon einen Anbieter für dein Wertpapierdepot deiner Wahl haben, dann kannst du diesen Artikel überspringen. In diesem Artikel teile ich meine persönlichen Erfahrungen und stelle Vergleiche zwischen Wertpapierdepotanbietern an.

Da wir aus Sicht eines langfristigen Anlegers Wert auf Kosteneffizienz legen, kommen in diesem Vergleich nur online Anbieter (Direktbanken) vor.

Dieser Artikel enthält keine vollständige Liste aller Wertpapierdepotanbieter, da hierfür der Recherche Aufwand zu groß gewesen wäre.

Um die Kosten von verschiedenen Anbietern zu vergleichen, definieren wir zu Beginn folgende Musterportfolios:

  • Musterdepot mit einem durchschnittlichen Depotwert von 20.000 EUR aufgeteilt auf 3 ETFs und zusätzlich 1.000 EUR auf dem Verrechnungskonto.
  • Mustertransaktion auf der XETRA Börse mit einem Betrag von 2.000 EUR via online banking.
  • Mustersparplan für einen ETF mit einem Betrag von 200 EUR pro Monat.

Anbieter in Österreich

oesterreich

Flatex

Flatex ist ein online Wertpapierhändler, den es schon seit 2006 gibt und seit 2010 auch in Österreich tätig ist. Flatex ist Teil der FinTech Group AG.

Vorteile

  • Geringe Kosten
    • Keine Kosten für die Konto- und Depotführung.
    • Pro Handel mit einem Wertpapier über das Internet und die XETRA Börse fallen Kosten in Höhe von 5,9 EUR + Xetra Börsenkosten ab 2,24 EUR an. Die Xetra Börsekosten für ETFs setzen sich zusammen aus Transkationskosten (0,00657 % des Transaktionsbetrags, min. 0,82 EUR, max. 24,63 EUR), Regulierungsgebühr Clearing (1,35 EUR + 0,0003% des Transaktionsbetrags, max. 1,50 EUR + 0,0008% des Transaktionsbetrags, max. 4,00 EUR) und dem Schlussnotendatenträgerentgelt in Höhe von 0,07 EUR. 
    • Auf Ausschüttungen von Fonds und ETFs fallen keine Gebühren an.
    • Die Kosten für einen Sparplan betragen 1,5 EUR pro Transaktion. 
  • Bietet Sparpläne (ab 50 EUR pro Transaktion) für ca. 800 verschiedene ETFs von nahmhaften ETF-Anbietern an. 
  • Es werden kostenlose Demokonten zum Testen angeboten.
  • Die Kapitalertragssteuer wird von der Bank automatisch abgezogen.
  • Flatex unterliegt der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB).

Nachteile

  • Negativzins von 0,4% auf das Guthaben am Verrechnungskonto.
  • Hohe Kosten auf Dividenausschüttungen von Auslandsaktien (1,5 EUR bei Dividendenauszahlung bis 15 EUR, danach 5,9 EUR).
  • Es wird keine Beratung angeboten.
  • Im Gegensatz zu manch anderen Anbietern steht hinter Flatex keine große, renommierte Bank, die Vertrauen schafft.

Musterportfolio Kosten

  • Musterdepot: 4 EUR pro Jahr (1.000 * 0,004 = Negativzins auf Guthaben).
  • Mustertransaktion: 6,812 EUR (5,9 EUR + 0,82 EUR + 0,006 EUR + 0,016 EUR + 0,07 EUR).
  • Mustersparplan: 18 EUR pro Jahr.

Fazit

Flatex ist derzeit eine günstige Alternative für ein Wertpapierdepot in Österreich, jedoch solltest du auf dem Verrechnungskonto wegen des Negativzinses kein Geld bunkern und es vermeiden ausländische Aktien zu kaufen, wegen hoher Dividendengebühren.

Hier gehts zur Depoteröffnung*.

flatex Online Broker

Hellobank

Die Hellobank gibt es schon seit 1995, firmierte vor 2015 unter dem Namen direktanlage.at und ist Teil der französischen Großbank BNP Paribas.

Vorteile

  • Hellobank bietet ein breites Portfolio an Wertpapieren an, die du erwerben kannst.
  • Die wenigen Support-Anfragen, die ich stellte wurden in ca. 3 – 4 Tagen kompetent und ausführlich beantwortet.
  • Bietet neben einem Wertpapierdepot auch noch Girokonto, Sparkonto und Kredite an.
  • Hat Filialen in Wien, Linz, Salzburg, Graz und Innsbruck und bietet Beratung an.
  • Bietet Sparpläne (ab 50 EUR Sparrate) für ca. 100 verschiedene ETFs von nahmhaften ETF-Anbietern an.
  • Die Kapitalertragssteuer wird von der Bank automatisch abgezogen.
  • Hellobank unterliegt der österreichischen Einlagensicherung.

Nachteile

  • Kosten
    • Vierteljährlich fällt eine Kontoführungsgebühr für das Verrechnungskonto in Höhe von 4,5 EUR an.
    • Einmal im Jahr fällt eine Depotgebühr an. Für ETFs, Aktien und Anleihen beträgt diese 0,1% des durchschnittlichen Wertpapiervolumens, bei anderen Fonds entfällt diese. Die Mindestgebühr beträgt pro Position mind. 4,5 EUR und pro Depot 12,5 EUR. Hinzu kommt dann noch die Umsatzsteuer.
    • Bei Ausschüttungen fallen zumindest 0,95 EUR an Gebühren an (bei ausländischen Wertpapieren können zusätzliche Gebühren oben drauf kommen!). Diese Gebühr ist vor allem dann bitter, wenn du öfters im Jahr Ausschüttungen bekommst und diese nur kleinere Beträge ausmachen.
    • Pro Handel mit einem Wertpapier über das Internet und die XETRA Börse fallen Kosten in Höhe von 7,95 EUR plus 0,195% des Transaktionsbetrags bis 10.000 EUR an. Zusätzlich wird noch eine Provision in Höhe von 0,015% des Transaktionsbetrags (mind 1,95 EUR, max 20 EUR) sowie eine Börsencourtage in Höhe von 0,0048% des Transaktionsbetrags (mind. 0,6 EUR, max. 18 EUR) einbehalten.
    • Die Kosten für einen Sparplan betragen 2 EUR pro Transaktion + 0,275% des Transaktionsbetrags. 

Musterportfolio Kosten

  • Musterdepot: 42 EUR pro Jahr (18 EUR + 20 EUR + 4 EUR). 
  • Mustertransaktion: 14,4 EUR (7,95 EUR + 3,9 EUR + 1,95 EUR + 0,6 EUR).
  • Mustersparplan: 30,6 EUR pro Jahr (24 EUR +  6,6 EUR).

Fazit

Hellobank ist zwar nicht der günstigste Wertpapierdepot Anbieter in Österreich, aber dafür kannst du auch in eine Filiale gehen und dich dort vor Ort beraten lassen. Außerdem kannst du bei dieser Bank auch ein Giro- und Sparkonto eröffnen.

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Easybank

easybank

Die Easybank gibt es seit 1996 und ist Tochter der BAWAG PSK.

Vorteile

  • Bietet neben einem Wertpapierdepot auch noch Girokonto, Sparkonto und Kredite an.
  • Auf das Verrechnungskonto gibt es Guthabenzinsen in Höhe von 0,01% p.a.
  • Die Kapitalertragssteuer wird von der Bank automatisch abgezogen.
  • Easybank unterliegt der österreichischen Einlagensicherung.
  • Dividenden- und Kupongutschriften sind kostenlos (ausgenommen Fremdspesen).

Nachteile

  • Es wird anscheinend kein ETF Sparplan angeboten.
  • Kosten
    • Die Kontoführungsgebühr für das Verrechnungskonto beträgt 1,25 EUR pro Monat.
    • Vierteljährlich fallen Depotgebühren in Höhe von 0,025% des Depotwerts an. Die Mindestgebühr beträgt pro Position mind. 1,1 EUR und pro Depot 3,3 EUR. Hinzu kommt dann noch die Umsatzsteuer.  
    • Pro Handel mit einem Wertpapier über das Internet und die XETRA Börse fallen Kosten in Höhe von 8,95 EUR an. Zusätzlich fallen an Fremdspesen noch 2 EUR an und 0,0055% des Transaktionsbetrags (mind. 0,69 EUR).
  • Es wird keine Beratung angeboten.

Musterportfolio Kosten

  • Musterdepot: 39 EUR pro Jahr (15 EUR + 20 EUR + 4 EUR).
  • Mustertransaktion:  11,64 EUR an (8,95 EUR + 2 EUR + 0,69 EUR).
  • Mustersparplan: nicht verfügbar.

Fazit

Easybank ist zwar nicht der günstigste Wertpapierdepot Anbieter in Österreich, aber es steht eine große österreichische Bank dahinter und du kannst dort auch ein Giro- oder Sparkonto eröffnen. 

Anbieter in Deutschland

deutschland

Flatex

flatex - entdecke moeglichkeiten

Ist ein online Wertpapierhändler, den es schon seit 2006 gibt und ist Teil der FinTech Group AG.

Vorteile

  • Günstige Kosten
    • Keine Kosten für die Konto- und Depotführung.
    • Pro Handel mit einem Wertpapier über das Internet und die XETRA Börse fallen Kosten in Höhe von 5,9 EUR + Xetra Börsenkosten ab 2,24 EUR an. Die Xetra Börsekosten für ETFs setzen sich zusammen aus Transkationskosten (0,00657 % des Transaktionsbetrags, min. 0,82 EUR, max. 24,63 EUR), Regulierungsgebühr Clearing (1,35 EUR + 0,0003% des Transaktionsbetrags, max. 1,50 EUR + 0,0008% des Transaktionsbetrags, max. 4,00 EUR) und dem Schlussnotendatenträgerentgelt in Höhe von 0,07 EUR. 
    • Auf Ausschüttungen von Fonds und ETFs fallen keine Gebühren an.
    • Die Kosten für einen Sparplan betragen 1,5 EUR pro Transaktion.
  • Bietet Sparpläne (ab 50 EUR Sparrate) für ca. 800 verschiedene ETFs von nahmhaften ETF-Anbietern an. 
  • Es werden kostenlose Demokonten zum Testen angeboten.
  • Die Abgeltungssteuer wird von der Bank automatisch abgezogen.
  • Die Bank unterliegt der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB).

Nachteile

  • Negativzins von 0,4% auf das Guthaben am Verrechnungskonto.
  • Hohe Kosten auf Dividenausschüttungen von Auslandsaktien (1,5 EUR bei Dividendenauszahlung bis 15 EUR, danach 5,9 EUR).
  • Es wird keine Beratung angeboten.
  • Im Gegensatz zu manch anderen Anbietern steht hinter Flatex keine große, renommierte Bank, die Vertrauen schafft.

Musterportfolio Kosten

  • Musterdepot: 4 EUR pro Jahr (1.000 * 0,004 = Negativzins auf Guthaben).
  • Mustertransaktion: 6,812 EUR (5,9 EUR + 0,82 EUR + 0,006 EUR + 0,016 EUR + 0,07 EUR).
  • Mustersparplan: 18 EUR pro Jahr.

Fazit

Flatex ist derzeit eine günstige Alternative für ein Wertpapierdepot in Deutschland, jedoch solltest du auf dem Verrechnungskonto wegen des Negativzinses kein Geld bunkern und es vermeiden ausländische Aktien zu kaufen, wegen hoher Dividendengebühren.

Hier gehts zur Depoteröffnung*.

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Consorsbank

consorsbank

Ist ein online Wertpapierhändler, der schon seit 1994 existiert und ist inzwischen Teil der französischen Großbank BNP Paribas.

Vorteile

  • Keine Kosten für die Konto- und Depotführung.
  • Bietet auch Beratung an.
  • Bietet neben einem Wertpapierdepot auch noch Girokonto, Sparkonto und Kredite an.
  • Bietet Sparpläne (ab 25 EUR Sparrate) für mehr als 400 verschiedene ETFs von nahmhaften ETF-Anbietern an. 
  • Es werden kostenlose Demokonten zum Testen angeboten.
  • Die Abgeltungssteuer wird von der Bank automatisch abgezogen.
  • Consorsbank ist Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken.

Nachteile

  • Transaktionskosten
    • Pro Handel mit einem Wertpapier über das Internet und die XETRA Börse fallen Kosten in Höhe von 6,45 EUR Grundpreis + 0,25% des Transaktionsbetrags, mind. 9,95 EUR, max 69 EUR) an. 
    • Die Kosten für einen Sparplan betragen 1,5% der Sparrate.

Musterportfolio Kosten

  • Musterdepot: 0 EUR.
  • Mustertransaktion: 16,4 EUR (6,45 EUR + 9,95 EUR).
  • Mustersparplan: 36 EUR pro Jahr.

Fazit

Consorsbank biete zwar eine kostenlose Kontoführung an, aber hat im Vergleich zu anderen Anbietern etwas höhere Transaktionskosten. Jedoch kannst du dich dort beraten lassen und auch ein Giro- oder Sparkonto eröffnen. 

Comdirekt

comdirekt

Ist ein online Wertpapierhändler, den es seit 1994 gibt und Teil der Commerzbank.

Vorteile

  • Das Verrechnungskonto ist kostenlos.
  • Das Wertpapierdepot ist die ersten drei Jahre lang gratis (danach 1,95 EUR pro Monat außer du führst pro Quartal zwei Trades aus, hast einen Wertpapiersparplan eingerichtet oder ein Girokonto bei Comdirekt).
  • Bietet neben einem Wertpapierdepot auch noch Girokonto, Sparkonto und Kredite an.
  • Bietet Sparpläne (ab 25 EUR Sparrate) für mehr als 500 verschiedene ETFs von nahmhaften ETF-Anbietern an. 
  • Die Abgeltungssteuer wird von der Bank automatisch abgezogen.
  • Comdirekt ist Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken.

Nachteile

  • Transaktionskosten
    • Die Kosten für einen Sparplan betragen 1,5% der Sparrate.
    • Im ersten Jahr gibt es ermäßigte Transaktionsgebühren, danach pro Transaktion: 4,9 EUR + 0,25% des Transaktionsbetrags, mind. 9,9 EUR, max. 59,9 EUR + 0,0015% des Transaktionsbetrags, mind. 1,50 EUR.

Musterportfolio Kosten

  • Musterdepot: 23,4 EUR pro Jahr nach drei Jahren bei nicht Erfüllung von den Gebührenausnahmen.
  • Mustertransaktion: 16,3 EUR (4,9 EUR + 9,9 EUR + 1,5 EUR) nach dem ersten Jahr.
  • Mustersparplan: 36 EUR pro Jahr.

Fazit

Comdirekt bietet eine breite Auswahl von ETF Sparplänen an und es steht eine große deutsche Bank dahinter, hat aber im Vergleich zu anderen Anbietern etwas höhere Transaktionskosten. Zusätzlich kannst du bei dieser Bank auch ein Giro- oder Sparkonto eröffnen. 

Kostenvergleich im Überblick

Flatex (AT/DE)Consorsbank (DE)Comdirekt (DE)Easybank (AT)Hellobank (AT)
Musterdepot4 EUR0 EUR23,4 EUR39 EUR42 EUR
Mustertransaktion6,81 EUR16,4 EUR16,3 EUR11,65 EUR14,4 EUR
Mustersparplan18 EUR36 EUR36 EURn.a.30,6 EUR

Stand: Oktober 2018

Alle Angaben wurden nach bestem Wissen & Gewissen erstellt. Es ist dennoch möglich, dass Angaben nicht korrekt sind. Sollte dies der Fall sein, so bitte ich dich, dass du mir das mitteilst, damit ich das korrigieren kann.

Fazit

  • Flatex ist ein günstiger Anbieter für Wertpapierdepots in Österreich und Deutschland.
  • Wenn du bei einer etablierteren Bank ein Depot haben willst, kostet dich das in der Regel etwas mehr.
  • In Deutschland sind Wertpapierdepots aufgrund des höheren Wettbewerbs günstiger als in Österreich.
  • Du solltest ein Depot nur bei einer im Inland ansässigen Bank eröffnen, um dir unnötigen Steueraufwand zu ersparen.
  • Wenn du einen ETF Sparplan haben willst, überprüfe vorher, ob die Bank zu dem ETF einen Sparplan überhaupt anbietet, da sich das Sparplan Angebot zwischen Banken stark unterscheiden kann.

Hier findest du nochmals alle Artikel dieser Serie:

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