ETF – Geheimer Champion der Privatanleger Teil 1

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Einleitung

Hast du dich schon einmal gefragt, wie du als Privatanleger dein Geld vernünftig anlegen kannst, ohne dass du gleich horrende Provisionen bezahlten musst?

Dann bist du hier richtig, denn diese Artikelserie beschäftigt sich mit dem Thema ETF (Exchange Traded Funds) und soll dir Aufschluss darüber geben, wie du dir mit ETFs sicher & überlegt dein Vermögen aufbauen kannst.

In diesem Artikel erfährst du, was ein ETF ist, welche Vorteile ein ETF bietet, wann ein ETF die richtige Wahl für dich ist und welche Kosten dabei anfallen.

Was ist ein ETF?

Bevor ich dir erkläre, was ein ETF ist, brauchen wir noch ein paar Definitionen:

Fonds

Ein Fonds ist ein großer Geldtopf, in welchen viele Menschen Geld einzahlen und der das gesamte Geld für den Kauf von Wertpapieren (z.B. Aktien oder Anleihen) verwendet. Grundsätzlich kann man zwischen aktiven und passiven Fonds unterscheiden. Mehr dazu später.

Index

Ein Index (z.B. ATX oder DAX) ist eine Sammlung von Wertpapieren, der die Wertentwicklung eines bestimmten Marktes (wie beispielsweise Österreich, Autoindustrie, renommierte Unternehmen oder andere) repräsentiert. Mehr dazu hier.

ETF

Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein an der Börse gehandelter Fonds, der die Wertentwicklung eines Index (z.B. ATX oder DAX) versucht so gut wie möglich nachzubilden. ETFs werden passiv verwaltet, das heißt, dass ein ETF keine aktive Anlagestrategien wie gezielte Wertpapier-Auswahl (“Stock Picking”) oder einen optimalen Zeitpunkt für den Kauf/Verkauf von Wertpapieren zu finden (“Market Timing”), verfolgt. Ein ETF verzichtet somit darauf den Markt zu schlagen zu wollen (was sowieso langfristig nur äußerst wenige Fonds schaffen). 

ETFs sind für die meisten Anlageklassen erhältlich. Du kannst beispielsweise in Aktien-, Rohstoff- und Anleihen-Indizes anlegen.

Warum ETFs? (Vorteile)

1. Breite Diversifikation (Streuung)

diversifikation

Ein ETF kauft Wertpapiere eines zugrundeliegenden Index (z.B. DAX). Der DAX repräsentiert den deutschen Markt und besteht aus den 30 größten deutschen Unternehmen. Wenn du beispielsweise in einen DAX-ETF investierst, dann kaufst du dir mit einem Schlag einen Querschnitt vom gesamten deutschen Markt und ersparst es dir sämtliche Wertpapiere des DAX einzeln kaufen zu müssen. 

Weil du in ganze Märkte investierst, reduzierst du das individuelle Kursrisiko (die Schwankungen einer einzelnen Aktie, welche von der Entwicklung der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens abhängt) massiv, wenn nicht gar ganz. 

2. Geringe Kosten im Vergleich zu aktiven Fonds

ETFs sind viel günstiger im Unterhalt als aktive Fonds. ETFs haben im Durchschnitt eine Kostenquote von ca. 0,4% während aktive Fonds im Durchschnitt eine Kostenquote von ca. 1,4% haben. Dies liegt daran, dass ETFs durch ihre passive Anlagestrategien geringere Verwaltungskosten haben.

Weiters fällt bei ETFs im Vergleich zu herkömmlichen Investmentfonds kein Ausgabeaufschlag an.

3. Transparenz

Du kannst dir die Zusammensetzung deines ETFs bei deinem ETF-Anbieter genau ansehen. Du kannst nachvollziehen in welche Aktien der ETF mit welchem Ausmaß investiert hat und meist findest du auch noch eine Aufteilung nach Ländern, Währungen und Wirtschaftssektoren.

4. Sicherheit vor möglicher Insolvenz des ETF-Anbieters

ETFs sind durch das Sondervermögen geschützt. Selbst wenn der ETF-Anbieter bankrott geht, bleibt das Vermögen des ETFs intakt und ist vor Gläubigern des ETF-Anbieters geschützt.

5. Flexibilität

ETFs sind jederzeit während der Börsenöffnungszeiten an der Börse handelbar. Im Gegensatz dazu können klassische Investmentfonds nur einmal am Tag gehandelt werden.

Wann sind ETFs für dich die richtige Wahl? 

Fragezeichen

ETFs sind für dich richtig, wenn du …

  • … eine langfristige Buy & Hold Strategie verfolgst. Diese Anlagestrategie zielt darauf ab Geldanlagen langfristig zu behalten. Diese Strategie glaubt nicht, dass durch regelmäßigen Kauf & Verkauf von Wertpapieren langfristig ein höherer Gewinn gegenüber dem Markt unter Berücksichtigung von Risiko, Kosten und Steuern möglich ist. Weiters hat die Buy & Hold Strategie einen Steuervorteil, denn die Steuerbelastung fällt erst beim Verkauf der Wertpapiere an und somit weit in der Zukunft.
  • … dich um dein Investmentportfolio nicht allzu oft kümmern möchtest.
  • … dich mit einer “faden” Rendite zufrieden gibst und akzeptierst nicht besser als der Markt abzuschneiden, während einzelne Aktien um ein Vielfaches in schwindelerregende Höhen steigen.
  • … in keine spekulativen ETFs investierst. Es gibt (z.B. gehebelte) ETFs, die sehr risikoreich sind. Daher ist es wichtig, dass du dich umfassend über den ETF informierst.
  • … nur in liquide ETFs investierst. Es gibt bestimmte (z.B. kleine oder spezielle) ETFs, die illiquide (= nicht leicht handelbar) sind, was zu einem ungewöhnlich hohen Kauf- und niedrigen Verkaufspreis führen kann.
  • … nur in Indizes mit mehr als 30 Einzeltitel investierst. Falls ein Index weniger als 30 Einzeltitel hat, kann es günstiger sein, wenn du dir diese Aktien direkt kaufst und die ETF-Verwaltungskosten sparst. 

Welche Kosten verursacht ein ETF?

Kosten

Grundsätzlich fallen folgende Kosten bei einem ETF an:

  • Direkte (spürbare) Kosten
    • Ordergebühren (Kauf- und Verkaufskosten), die je nach Broker (bzw. Vermittler; jemand der in deinem Auftrag Wertpapiergeschäfte ausführt) variieren und direkt vom Broker bei der Transaktion einbehalten werden. Sind in den meisten Fällen eher gering.
    • Depotführungsgebühren, die 1x jährlich vom Broker einbehalten werden. Diese betragen meist bis zu 1% deines durchschnittlichen unterjährigen Depotwerts.
    • Steuern bei der Ausschüttung von Erträgen bzw. beim Verkauf von ETFs.
    • All diese Kosten sind sowieso börsenüblich, egal ob du einen ETF oder eine Aktie kaufst.
  • Indirekte Kosten
    • Verwaltungsgebühren (z.B. für Buchhaltung) werden 1x jährlich von der Fondsgesellschaft direkt vom Fondsvermögen anteilig für jeden Tag abgezogen. Die Verwaltungsgebühren werden auch noch als Gesamtkostenquote bzw. Total Expense Ratio (TER) bezeichnet.
    • Transaktionskosten der Fondsgesellschaft (sobald sich der Index ändert, muss die Fondsgesellschaft Wertpapiere kaufen und verkaufen).
    • Steuern, die innerhalb der Fondsgesellschaft anfallen.
    • Gewinnmarge der Fondsgesellschaft.

Fazit

  • ETFs vereinen die Vorteile von Fonds und Aktien. 
  • Sie bieten dir einen einfachen, diversifizierten und kostengünstigen Weg in weltweite Anlagemärkte zu investieren. 
  • ETFs sind vor allem für Privatpersonen geeignet, die ihr Geld langfristig anlegen wollen.
  • Sie sind im Vergleich zu aktiven Fonds sehr günstig.

 

Hier findest du nochmals alle Artikel dieser Serie:

 

Bleib Hungrig!

Dein Pfennigfuchser

 

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