Geheimer Champion der Privatanleger Teil 6 – Portfolio Rebalancing

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Rebalancing als Teil deiner erfolgreichen Portfolio Strategie

Einleitung

Im letzten Artikel dieser Serie haben wir verschiedene Anbieter von Wertpapierdepots miteinander verglichen.

Ich gehe nun davon aus, dass du mittlerweile ein eigenes Wertpapierdepot und schon erste ETFs auf Basis deiner individuellen Asset-Allokation gekauft hast, denn in diesem Artikel widmen wir uns dem Thema Portfolio Rebalancing. 

Warum ist Rebalancing wichtig?

Nehmen wir an du besitzt ein Depot mit zwei ETFs (MSCI World und MSCI Emerging Markets) und hast je 2.000 EUR darin investiert, also insgesamt 4.000 EUR.

Wenn du nun das Depot ein paar Monate liegen lässt und dann den aktuellen Wert des Depots abrufst, wirst du merken, dass der aktuelle Marktwert der ETFs schwankt. Rebalancing Ausgangslage

Zur Veranschaulichung nehmen wir an, dass der MSCI World äußerst schlecht performt und nach einem Jahr einen Marktwert von lediglich 1.000 EUR hat.

Im Gegenzug hat der MSCI Emerging Markets extrem gut performt und einen Marktwert von 3.000 EUR erreicht. Rebalancing nach einem Jahr

Vergleiche nun die Ausgangslage deiner zwei ETFs (50:50 Aufteilung) mit der Lage nach einem Jahr (25:75 Aufteilung). Du solltest bemerken, dass sich die ursprüngliche Aufteilung massiv geändert hat und du nun vom MSCI Emerging Markets viel mehr abhängig bist.

Da du deine Portfolioaufteilung nicht dem Zufall überlassen und die Ausgangslage wiederherstellen willst, musst du nun aktiv werden. Das Konzept dahinter nennt man Rebalancing.

Was ist Rebalancing?

Rebalancing bezeichnet die Wiederherstellung der Ausgangsgewichtung deines Portfolios nach einer bestimmten Zeit, um das ursprünglich gewollte Risiko wiederherzustellen.

Das heißt, du kaufst/verkaufst nach einer bestimmten Zeit Teile deines Portfolios, um die Ausgangslage wiederherzustellen.

Klar, dabei entstehen zusätzliche Kosten (Transaktionskosten und eventuell Steuern auf Kursgewinne). Aber dadurch gestaltest du dein Portfolio krisensicherer im Vergleich zum normalen Buy-and-hold-Ansatz[1].

Wie funktioniert Rebalancing?

Funktionsweise

Grundsätzlich kannst du Rebalancing auf drei verschiedene Arten durchführen:

  • Nach dem Erreichen von bestimmten zeitlichen Abständen (z.B. jährlich).
  • Ab Überschreiten einer bestimmten Abweichung von der Ausgangsgewichtung (z.B. 5 oder 10 Prozent).
  • Eine Kombination beider Strategien.

Ich persönlich bevorzuge fixe zeitliche Abstände, da ich mein Portfolio dadurch nicht ständig überwachen muss.

Wenn du dich auch für das zeitliche Rebalancing entscheidest, solltest du das Rebalancing in Abständen von ca. 12 bis 24 Monaten und nicht in den Monaten zwischen Mai und Juli durchführen. Bei anderen Monaten (z.B. September) ist das durchschnittliche Verlustrisiko, das durch Rebalancing entsteht, niedriger[1].

Bewährte Daumenregeln fürs Rebalancing[2]

Daumen

  • Bei Vermögenswerten, die mehr als 20% deines Portfolios ausmachen, legst du dir einen absoluten Prozentschwellwert (z.B. +/- 5%) fest, ab dem du Rebalancing durchführst.
  • Bei Vermögenswerten, die weniger als 20% deines Portfolios ausmachen, setzt du dir einen relativen Prozentschwellwert (z.B. +/- 25%) ab dem du Rebalancing durchführst.
  • Die Mindestgröße einer Position in deinem Portfolio sollte bei 10% liegen, da ansonsten das Rebalancing zu teuer wird.

Wenn der Zeitpunkt des Rebalancings gekommen ist, überprüfst du deine einzelnen Portfolioteile, ob sie über die zuvor definierten Schwellwerte gekommen sind und falls ja, dann musst du tätig werden.

Drei Möglichkeiten, wie du dein Portfolio wieder geradebiegst

  • Du verkaufst einen Teil der übergewichteten Wertpapiere und kaufst mit dem erlösten Geld die untergewichteten Wertpapiere.
  • Du kaufst nur die untergewichteten Werpapiere mit frischem Geld, was dir Kosten und Steuern spart (optimale Variante).
  • Wenn du einen ETF-Sparplan hast, dann kannst du die monatlichen Zahlungen so adjustieren, dass in die untergewichteten Wertpapiere monatlich mehr Geld fließt als in die Übergewichteten. Allerdings solltest du bei dieser Variante auch öfters kontrollieren, wie sich dein Portfolio entwickelt und es gegebenenfalls wieder anpassen.

Wichtig ist, dass du nicht nur die ETFs an die ursprünglichen Gewichtung rückführst, sondern auch den risikoarmen Teil (Sparbücher, Anleihen, etc.) deines Portfolios rebalanct!

Rebalancing im Alter

Je älter du wirst, desto eher solltest du von risikoreichen Anlagen hin zu sichere Häfen wechseln. Du willst doch nicht, dass die Höhe deiner Rente von den Launen an der Börse diktiert wird, oder?

Daher macht es mit zunehmendem Alter Sinn beim Rebalancing im Hinterkopf zu behalten, dass du langsam in Richtung sichere Anlageformen (Thema Anlagehorizont) wechseln solltest. 

Fazit

  • Rebalancing ist die Wiederherstellung der Ausgangsgewichtung deines Portfolios zur Risikominimierung.
  • Trotz der zusätzlichen Kosten, die durch Rebalancing entstehen, zahlt es sich aus das Portfolio krisensicherer zu machen im Vergleich zum normalen Buy-and-hold-Ansatz.
  • Verwende am besten frisches Geld zum Rebalancing, um Kosten und Steuern zu sparen.

Verweise

Hier findest du nochmals alle Artikel dieser Serie:

Bleib Hungrig!

Dein Pfennigfuchser

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