Die Dividendenstrategie erklärt – Geld im Schlaf verdienen

Artikelbewertung Dividendenstrategie

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Einleitung

Wäre es nicht schön, wenn du jeden Monat Geld überwiesen bekommst, nur weil du in dividendenstarke Unternehmen investiert bist? Jeden Monat Geld kassieren und dafür nichts tun (Stichwort: passives Einkommen)?

Ist das wirklich möglich und was steckt wirklich dahinter? Das werde ich in diesem Blogartikel beantworten.

Ich habe mich in der Vergangenheit eingehend mit der klassischen ETF-Weltportfolio Anlagestrategie (MSCI World & MSCI EM) auseinandergesetzt. Dabei habe ich festgestellt, dass die Nettorendite von ETFs (Ausschüttungen abzüglich Steuern) zu wünschen übrig lässt und dabei liebe ich Ausschüttungen! Daher habe ich mich auf die Suche nach einer Alternative begeben und bin auf die Dividendenstrategie gestoßen.

Schauen wir uns zuerst an, was eine Dividende ist.

Definition Dividende

An der Börse hast du die Möglichkeit (Mini) Anteile von Unternehmen (z.B. Apple) zu erwerben. Als Miteigentümer bist du ab dem Kaufzeitpunkt auch an dem wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens beteiligt. Wenn das Unternehmen einen Gewinn erwirtschaftet, hat es zwei Möglichkeiten. Entweder es behält den Gewinn im Unternehmen und reinvestiert ihn in z.B. Forschung oder es zahlt den Gewinn an die Miteigentümer aus.

Als Dividende wird der ausgezahlte Gewinn eines Unternehmens an ihre Aktionäre bzw. Eigentümer bezeichnet. Im deutschsprachigen Raum zahlen Unternehmen in der Regel einmal im Jahr eine Dividende aus. Zusätzlich solltest du wissen, dass die Höhe der Dividende meist schwankt, denn sie hängt in der Regel mit dem wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens zusammen[1].

Definition Dividendenstrategie

Eine Dividendenstrategie ist eine Anlagestrategie, die darauf abzielt, dass der Anleger Anteile von Unternehmen kauft, die stets möglichst hohe Dividenden ausschütten[2]. Anleger wollen sich dadurch möglichst viel passives Einkommen aufbauen.

Eine wichtige Anmerkung dazu: Eine Dividendenstrategie bietet aus Renditesicht keinen Vorteil. Die Rendite für Wertpapiere setzt sich einerseits aus den Kursgewinnen und andererseits aus den Ausschüttungen (= Dividende) zusammen. Dividendenausschüttungen lassen den Aktienkurs am Tag der Ausschüttung um die Höhe der Dividende zurückgehen. Daher meinen manche, dass eine Dividendenstrategie in Hinsicht auf die Rendite nicht besser ist als eine gewöhnliche Anlagestrategie[3].

Eine Dividendenstrategie lässt sich vor allem durch den Erwerb von Unternehmen & Wertpapieren aus dem angelsächsischen Raum (z.B. aus Amerika, Kanada, Großbritannien und Australien) realisieren.

In diesen Ländern ist das Sozial- und auch Pensionssystem nicht so stark ausgeprägt wie in Österreich oder Deutschland. Daher sind dort Privatpersonen gefordert sich eigenständig um eine private Pensionsvorsorge zu kümmern. Im angelsächsischen Raum sind dividendenstarke Wertpapiere so gestaltet, dass der Wertpapierbesitzer (respektive ein Pensionist) regelmäßig, möglichst viele Ausschüttungen bekommt. Die Ausschüttungsintervalle sind dort in der Regel quartalsweise, aber auch monatlich[4].

Die wichtigste Kennzahl einer Dividendenstrategie ist die Ausschüttungsrendite (auch noch Dividendenrendite genannt). Sie wird in Prozent angegeben und berechnet sich wie folgt: ausbezahlte Dividende(n) / Aktienkurs[5]. Bei einer Dividendenstrategie sollte diese bei mindestens 5% zuzüglich Inflationsrate liegen[6].

Luis Pazos, ein deutscher Finanzbloggerkollege, hat sich viel mit der Dividendenstrategie beschäftigt und meint, dass seine Ausschüttungsrendite mal bei 7,1% nach Abzug aller Steuern lag[7].

Schauen wir uns als nächsten die Vor- und Nachteile dieser Strategie an.

Vorteile einer Dividendenstrategie

  • Regelmäßiger Geldfluss: Du bekommst regelmäßig eine Belohnung für dein investiertes Geld ausgezahlt und kannst darüber frei verfügen (Stichwort passives Einkommen)[8]. Deshalb kannst du jederzeit feststellen, ob du schon von deinen Dividenden leben könntest.
  • Psychologischer Vorteil: Du siehst regelmäßig Geld für dein investiertes Kapital und das diszipliniert dich deine Anlagestrategie beizubehalten[9].
  • Weniger Schwankungen: Die Kurse von dividendenstarken Unternehmen schwanken in der Regel weniger als ein marktbreiter Indizes[10].

Nachteile einer Dividendenstrategie

  • Steuern selbst ausrechnen: Viele Dividendenwertpapiere sind in der EU nicht zugelassen und daher kannst du sie bei einer inländischen Bank nicht kaufen. Folglich ist für die Umsetzung der Dividendenstrategie ein ausländisches Depot (z.B. in der Schweiz) fast unabdingbar[11]. Und sobald du ein ausländisches Depot besitzt, musst du die anfallenden Steuern für dieses Depot selbst berechnen und in deiner Steuererklärung angeben. Allerdings ist das keine Hexerei und  sollte nur wenige Stunden pro Jahr in Anspruch nehmen. Hier ein Praxisbeispiel aus Deutschland dazu.
  • Etwas Zeitaufwand nötig: Neben der anfänglichen Recherche bei der Auswahl der Dividendenwertpapiere solltest du dich einmal im Jahr mit deinen Investitionen befassen. Dabei sollst du feststellen, ob deine Wertpapiere nach wie vor ausschüttungsfreundlich sind und deinen Anlagekriterien entsprechen. Dies ist notwendig, da sich z.B. die Ausschüttungspolitik des Unternehmens oder steuerliche Gesetze ändern können[12].
  • Weniger gut diversifiziert: Mit einer Dividendenstrategie bist du weniger gut diversifiziert (risikogestreut) als mit einem klassischen ETF-Weltportfolio[13]. Dividendenstarke Unternehmen bilden nur einen Teil des globalen Marktes ab und diese sind meist große Unternehmen in bestimmten Branchen (z.B. Ölunternehmen)[14].
  • Gewisses Startkapital notwendig: Wenn du nicht zumindest 30.000 EUR an frei verfügbarem Kapital hast, dann ist eine diversifizierte und kostengünstige Dividendenstrategie nur schwer zu realisieren[15].

Fazit

Als Privatanleger kannst du dich entscheiden, mehr Risiko am Kapitalmarkt einzugehen, indem du dir dividendenstarke Wertpapiere kaufst. Im Gegenzug wirst du mit regelmäßig hohe Ausschüttungen belohnt.

In den nächsten Dividendenstrategie Artikeln geht es um:

 

Was hältst du von der Dividendenstrategie? Ich freue mich auf dein Kommentar.

 

Bleib Hungrig!

Dein Pfennigfuchser

 

Quellen:
[1], [2] https://www.focus.de/finanzen/boerse/lexikon/boersenlexikon-dividende_id_10242491.html
[3], [7], [12], [13], [15] https://www.finanzwesir.com/blog/hoch-dividendenstrategie
[4] Pazos: Bargeld statt Buchgewinn – Mit Hochdividendenwerten zum passiven Monatseinkommen, 4. Auflage, FinanzBuch Verlag, München 2020, S.35f,76*
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Dividende
[6] Pazos: Bargeld statt Buchgewinn – Mit Hochdividendenwerten zum passiven Monatseinkommen, 4. Auflage, FinanzBuch Verlag, München 2020, S.45*
[8], [9], [10] Pazos: Bargeld statt Buchgewinn – Mit Hochdividendenwerten zum passiven Monatseinkommen, 4. Auflage, FinanzBuch Verlag, München 2020, S.37f*
[11] Pazos: Bargeld statt Buchgewinn – Mit Hochdividendenwerten zum passiven Monatseinkommen, 4. Auflage, FinanzBuch Verlag, München 2020, S.236f*
[14] https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/aktien/dividenden-wo-anleger-die-firmen-finden-die-am-meisten-ausschuetten/26646336.html
Bilder:
Beitragsbild: https://pixabay.com/photos/woman-happy-winning-lottery-money-5918637/
Giphy von Mr. Krabs: Rich Make It Rain by SpongeBob SquarePants

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Über den Autor

Portrait Christopher Rechberger Quadratisch

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