Geldanlage Möglichkeiten – Finde die Geldanlage, die am besten zu dir passt

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Einleitung

Hast du dich schon einmal gefragt, welches die richtige Geldanlage ist, die auch wirklich zu dir passt? Oder bist du dir noch unsicher, worin du dein Geld investieren sollst? Dann bist du hier richtig.

In diesem Artikel erhältst du eine erste Übersicht darüber, in was du dein Geld investieren kannst. Ich erkläre dir, was sich hinter den jeweiligen Geldanlagemöglichkeiten verbirgt, welche Vor- und Nachteile diese Investments haben und in welcher Situation sich diese besonders gut für dich eignen.

Anmerkung: Diese Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Korrektheit. Weitere Geldanlagemöglichkeiten findest du in einem anderen Blogartikel.

Aktien

Eine Aktie ist ein Wertpapier, welches das Eigentum an einem Unternehmen (z.B. Coca Cola) verbrieft. Somit gehört dir mit einer Aktie ein Anteil eines Unternehmens.

Einer Aktie liegt meist ein aktueller Kurs an der Börse zu Grunde, um den du die Aktie kaufen bzw. verkaufen kannst. Der Kurs ergibt daraus, wie viele Leute die Aktie zum jetzigen Zeitpunkt um einen bestimmten Preis kaufen und wie viele Leute, welche die Aktie besitzen, gerade um einen bestimmten Preis verkaufen wollen.

Vorteile[1]

  • Hohe Rendite (Gewinne) möglich – die Rendite kann deutlich höher sein als die Marktrendite.
  • Kostengünstig – sind in der Regel günstiger als Fonds.
  • Steuerlich einfach – im Gegensatz zu ETFs hast du bei Aktien in der Regel keine Steuernachzahlungen[2].
  • Anlegen nach Vorlieben – liebst du z.B. Coca Cola und willst dir einen Anteil am Unternehmen kaufen? Kein Problem. Mit Aktien kannst du gezielt in einzelne Unternehmen investieren, so wie du es möchtest.
  • Sparplanfähig – mittlerweile kannst du bei ein paar Depotanbietern monatlich automatisiert Aktien mittels Sparplan kaufen.

Nachteile[3]

  • Niedrige Rendite möglich – die Rendite kann deutlich geringer sein als die Marktrendite.
  • Hohes Risiko – die Wertschwankungen von Aktien können bis in den hohen zweistelligen Prozentbereich gehen.
  • Selbstüber- und Fehleinschätzung können dir Verluste bescheren.
  • Zeitintensiv – du solltest vor dem Aktienkauf ausgiebig über das Unternehmen recherchieren und dich mit deinen Aktien regelmäßig beschäftigen (z.B. den Jahresabschluss und Lagebericht des Unternehmens lesen).

Eine Aktie eignet sich besonders für dich, wenn du …[4]

  • … dich für Wirtschaft sowie Kennzahlen interessierst und dich damit auseinander setzten möchtest.
  • … hohe Wertschwankungen aushältst.
  • … dir passives Einkommen aufbauen willst.
  • … dir ein Depot nacg persönlichen Vorlieben zusammenstellen willst.

Dividendenwertpapiere

Das sind börsengehandelte Wertpapiere (z.B. eine Aktie), die vor allem dadurch charakterisiert werden, dass sie regelmäßig hohe und unterjährige Ausschüttungen („Gewinnbeteiligungen“) vornehmen[5].

Vorteile[6]

  • Hohe Ausschüttungen – du bekommst regelmäßig hohe Ausschüttungen ausbezahlt und das ist für diese Anlagestrategie die wichtigste Kennzahl.
  • Freie Mittelverwendung – über die Ausschüttungen kannst du dann frei verfügen.
  • Krisenerprobt – relativ stabile Zahlungsbeträge sind auch in Krisenzeiten möglich.
  • Stärkeres Durchhaltevermögen – Ausschüttungen haben einen positiven psychologischen Effekt auf die Disziplin bei der Anlagestrategie.

Nachteile[7]

  • Schwankungen bei Ausschüttungen – Dividenden schwanken genauso wie der Kurs von Aktien. Es kann sein, dass in einem Jahr die Ausschüttung um 1/3 weniger ist als wie im Vorjahr.
  • Zeitintensiv – du musst dich zuerst in die Thematik einarbeiten und regelmäßig mit deinen Dividendenwertpapieren beschäftigen.
  • Nicht vollkommen – tolle Unternehmen, die keine Dividenden ausschütten, werden bei dieser Strategie nicht berücksichtigt (z.B. Google oder Amazon).

Ein Dividendenwertpapier eignet sich besonders für dich, wenn du …[8]

  • … dich für einkommensstarke Wertpapiere interessierst und dich darin einarbeiten möchtest.
  • … deinen Anlageschwerpunkt auf regelmäßiges, passives Einkommen setzen willst.
  • … eine klare, regelbasierte Anlagestrategie bevorzugst.

ETFs

Ein ETF (Exchange Traded Fund – übersetzt: börsengehandelter Fonds) ist ein passiver Fonds, der das Geld von vielen Anlegern verwaltet und mit diesem Geld viele verschiedene Wertpapiere (z.B. Unternehmensanteile) kauft.

Für den Besitz dieser Wertpapiere erhält der Fonds laufend Gewinnbeteiligungen ausbezahlt in Form von Dividenden oder Zinsen. Diese Gewinne kann der ETF an die Anleger auszahlen oder wieder anlegen, je nach Art des ETFs.

Vorteile[9]

  • Diversifikation – bereits mit einem geringen Anlagebetrag (z.B. 100 EUR) kannst du breit gestreut in viele verschiedene Wertpapiere investieren und das Einzelrisiko von Wertpapieren so reduzieren.
  • Kostengünstig – im Vergleich zu den laufenden Kosten von aktiv gemanagten Fonds.
  • Zeitsparend – es reicht völlig aus, wenn du dich pro Jahr etwa 2 – 5 Stunden mit deinen ETFs beschäftigst.
  • Strikt reguliert – ETFs sind eine strikt regulierte Anlageform, die den Schutz der Privatanleger zum Ziel hat.
  • Sparplanfähig – du kannst in Österreich bereits ab 50 EUR/Monat einen Sparplan abschließen und regelmäßig automatisiert Geld investieren.

Nachteile[10]

  • Unübersichtlichkeit – man tut man sich schwer, den perfekten ETF zu finden, da es inzwischen sehr viele davon gibt (mehr als 1.500). Hier findest du gute ETF Auswahlkriterien.
  • Abstraktes Investment – du kannst bereits mit einem geringen Anlagebetrag in mehr als 1.000 verschiedene Wertpapiere investieren. Jedoch ist es schwer den Überblick zu haben, in welche Wertpapiere du mit wie viel % investiert bist.
  • Langweilig – während du in der Zeitung von Unternehmen liest, deren Börsenwert durch die Decke geht, tut sich bei deinen ETFs meist nur wenig oder gar nichts. Damit musst du natürlich klar kommen.

Ein ETF eignet sich besonders für dich, wenn du …[11]

  • … zuversichtlich bist, dass unsere Wirtschaft langfristig weiterhin wachsen wird.
  • … mit einer abstrakten Geldanlage einverstanden bist.
  • … kein Interesse hast am ständigen Kaufen und Verkaufen der Aktienstars aus der Zeitung und dich mit der „langweiligen“ Marktrendite zufrieden gibst.

Immobilien

Eine Immoblie ist ein Grundstück oder Gebäude, das du besitzen kannst. Wird auch gerne als Betongold bezeichnet.

Vorteile

  • Anfassbar – du besitzt eine physische, „echte“ Immobilie, die du anfassen kannst (psychologischer Vorteil)[12].
  • Kredithebel – wenn du einen Kredit zum Kauf einer Immobilie aufnimmst, kannst du mit eigenem Geld (z.B. 40.000 EUR) eine Immobilie um ein Vielfaches des Werts (z.B. 200.000 EUR) erwerben. Du musst den Differenzbetrag (die 160.000 EUR) beim Kauf nicht selbst stemmen.[13].
  • Gestaltungsfreiheit – du kannst die Immobilie frei nach deinem Ermessen umbauen/gestalten/einrichten.[14].
  • Sparzwang – wenn du eine Immobilie mit Kredit finanzierst, dann diszipliniert dich die monatliche Kreditrückzahlung beim Umgang mit Geld. Du gibst automatisch weniger Geld für Konsum aus (weil du es dir nicht mehr so einfach leisten kannst) und sparst stattdessen mehr Geld, als wenn du keinen Kredit hättest[15].
  • Niedrige Zinsen – aktuell (2021) sind die Kreditzinsen für Immobilien sehr niedrig und erschwinglich. Beispielsweise können sie bei etwa 1% Zinsen liegen bei guter Bonität, Kreditbesicherung und 10-jähriger Zinsbindung[16].

Nachteile

  • Hohe Transaktionskosten – egal ob du eine Immobilie kaufst oder verkaufst, es fallen üblicherweise ca. 10% an Kaufnebenkosten an. Diese beinhalten beispielsweise die Provision für den Immobilienmakler (ca. 3-4% vom Kaufpreis + Ust.), die Grunderwerbssteuer (3,5% vom Kaufpreis), die Grundbuchgebühr (1,1% vom Kaufpreis + ev. 1,2% Pfandrecht bei Hypotheken) sowie Anwalts- und Notarkosten (ca. 1-3% vom Kaufpreis)[17].
  • Steuerlich dem Staat ausgeliefert – da eine Immobilie ortsgebunden ist und du sie nicht einfach mit ins Ausland nehmen kannst (anders als wie bei Aktien), bist du dem Staat und der politischen Entwicklung, was die Besteuerung von Immobilien angeht, völlig ausgeliefert. Wenn plötzlich eine hohe Steuer auf Immobilienbesitzer beschlossen wird, kommst du nicht umher, diese bezahlen zu müssen[18].
  • Klumpenrisiko – da eine Immobilie für den Durchschnittsbürger meistens den Löwenanteil seines Vermögens ausmacht, hat dieser ein höheres Risiko, dass dieser große Teil des Vermögens plötzlich viel weniger Wert sein könnte (z.B. durch Immobilienmarktkrise oder Brand in der Immobilie) als bei jemanden, der sein Vermögen breit gestreut in verschiedene Geldanlagen investiert[19].
  • Geringe reale Rendite – die echten Wertsteigerungen von Immobilien liegen langfristig und inflationsbereinigt bei etwa 0,5% pro Jahr[20].
  • Nachschussrisiko – wenn du eine Immobilie über einen langen Zeitraum besitzt dann wird zwangsläufig etwas bei der Immobilie kaputt werden (z.B. Heizung, Rohre, etc.) und du musst für die Renovierung Geld in die Hand nehmen. Das selbe ist der Fall, wenn du die Immobilie modernisieren und sanieren möchtest (z.B. neue Elektrik oder Fenster)[21].
  • Psychologischer Nachteil – meiner Meinung nach kann es für manche Menschen auch eine psychologische Belastung sein, einen Kredit über viele Jahre lang zurückzahlen zu müssen.

Eine Immobilie eignet sich besonders für dich, wenn du …[22]

  • … es magst mit Menschen in Kontakt zu sein (z.B. Handwerker, Mieter, Bankberater, Makler, …).
  • … nachts mit einem Kredit ruhig schlafen kannst.
  • … unternehmerisch veranlagt bist (du magst es zu planen, die Finanzierung abzuwickeln, nach Mietern zu suchen, Angebote von Handwerkern einholen, etc).
  • … handwerklich begabt bist und dein Handwerk in deine Immobilie einbringen möchtest.

 

Fazit

  • Es gibt eine Vielzahl von Geldanlage Möglichkeiten.
  • Jede davon ist ein einzigartig und hat verschiedenste Merkmale.
  • Welches Investment das richtige für dich ist, hängt vor allem von deiner persönlichen Vorliebe ab.

 

Für welche Investments hast du eine persönliche Vorliebe? Ich freue mich auf dein Kommentar.

 

Bleib Hungrig!

Dein Pfennigfuchser

 

Quellen:
[1], [3], [4], [6], [7], [8], [9], [10], [11], [12], [13], [14], [18], [19], [21], [22] Fincamp 2020
[2] https://www.pfennigfuchser.at/etf-thesaurierend-oder-ausschuettend/
[5] https://nurbaresistwahres.de/fragen-und-antworten/
[15] Kommer: Kaufen oder mieten? – Wie Sie für sich die richtige Entscheidung treffen, 2. Aufl, Campus Verlag, Frankfurt a. M. 2016, S. 207f
[16] Gespräch mit einem Bankberater im November 2020
[17] https://www.oesterreich.gv.at/themen/bauen_wohnen_und_umwelt/wohnen/8/Seite.210150.html
[20] Kommer: Kaufen oder mieten? – Wie Sie für sich die richtige Entscheidung treffen, 2. Aufl, Campus Verlag, Frankfurt a. M. 2016, S. 204f
Beitragsbild: https://pixabay.com/photos/binoculars-man-beard-bearded-man-5880682/

4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Hallo!
    Schöne Zusammenfassung – nur eines fehlt: Krypto! Ich glaube, darauf als Option für Investition zu verzichten, kann man sich 2021 nicht mehr leisten. 😉
    LG Elisabeth

    Antworten
    • Hallo Elisabeth,
      Danke dir. Ja stimmt, aber Kryptowährungen sind aufgrund der extrem hohen Wertschankungen meiner Meinung nach eher Spekulationsobjekte anstatt einer soliden Geldanlage 😉
      LG
      Christopher

      Antworten
      • Riskant – ja definitiv. Aber eine Möglichkeit der Diversifizierung ist es schon. Und jeder soll ja selbst entscheiden, mit weichen Risiko er/sie investiert. Manche alleine sind ja auch nicht gerade „solide“…
        Aber mir fehlt noch was: was ist mit Edelmetall? Gold?
        LG Elisabeth

        Antworten

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